Control Union Academy GmbH

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Telefon: 0049/30/509 04 28

 

Mehr Bio geht fast nicht mehr. Die Bio-Farm „Tijara Organic Farm“ in Rajasthan, Nordindien.

Der Leiter der Control Union Academy Dr. habil. Rainer Friedel informierte sich über den Stand zertifizierter Bio-Produktion in Indien. In der “Tijara Organic Farm“ wird ein vielfältiges Produktionsprogramm an Bio-Gemüse produziert und vermarktet. Dabei wird in beeindruckender Art und Weise die weltweit anerkannte Bio-Philosophie, wie sie in Europa durch die Bio-Verordnung definiert ist, verbunden mit einem topaktuellem Nachhaltigkeitskonzept und den jahrhundertealten lokalen Erfahrungen beim sparsamen Umgang mit Wasser.

Rechtsvorschriften und Transparenz
Die Bio-Produktion erfolgt auf der Grundlage einer indischen Bio-Vorschrift. Bei gesprächsweisem Vergleich wurden keine inhaltlichen Unterschiede zur EU-Bio-VO festgestellt. Die Kontrolle erfolgt durch eine lokale Zertifizierungsgesellschaft, die unabhängig und neutral prüft und Auflagen erteilt wenn Abweichungen von Vorschriften festgestellt werden.

Produktvielfalt
Auf der Betriebsfläche wird eine sehr große Zahl von Gemüsearten, Kräutern, Blumen und Obstbäumen sowie Futterpflanzen produziert. Die Pflanzenarten werden so ausgewählt, dass sie der Betriebsphilosophie von gesunderhaltender Lebensweise dienen, die Marktanforderungen erfüllen und vor allem sich hinsichtlich der Bodenansprüche ausgleichen und bei der Abweisung von Insekten und Krankheiten bestmöglich gegenseitig ergänzen.

Wassernutzung
Die ungleiche Verteilung der Niederschläge im Jahresverlauf macht das Auffangen und Speichern der Niederschläge und die Bewässerung mit den angesammelten Reserven erforderlich um ganzjährig produzieren zu können. Sämtliches Regenwasser wird aufgefangen und in Speicher geleitet. Unter den Pflanzenwurzeln ist eine Drainage angelegt, so dass auch nicht genutztes Sickerwasser gesammelt und gespeichert wird, um zum nötigen Zeitpunkt produktiv eingesetzt zu werden.

Nährstoffversorgung der Pflanzen
Für die Nährstoffversorgung wird der Dung der eigenen Rinder genutzt. Außerdem wird mit Kompost gedüngt. Dieser wird selbst produziert aus den anfallenden Pflanzenresten der produktiven Pflanzen und den gesammelten Beikräutern, die beim Jäten anfallen. Teilweise wird auch der Rinderdung mit den Pflanzenresten vermengt, um die Kompostqualität zu steigern. Natürlich werden auch gezielt Leguminosen angebaut sowie Pflanzen, die allein der Gründüngung dienen.

Pflanzenschutz
Im Pflanzenschutzkonzept werden mehrere Elemente miteinander verbunden. Gegen Blattkrankheiten wird eine Spritzbrühe selbst hergestellt. Dazu wird in einer vertikalen Kaskade der Rinderdung mit Wasser ganz langsam (z.B. 4 Wochen lang) mit Wasser durchrieselt und unter der Kaskade aufgefangen. Dies ist die Spritzbrühe. Durch viele kleine Vogeltränken werden Vögel angelockt, die größere Insekten vertilgen. Kleine Insekten werden mit unterschiedlichen Pheromonfallen gefangen und vernichtet. Sehr maßgeblich ist auch große Vielfalt der Kulturpflanzen. Die einzelnen Pflanzenarten werden nicht in großen artenreinen Blöcken angebaut, sondern jeweils in mehreren kleinen Arealen. So werden die Schutzeffekte ausgenutzt, die die Pflanzen gegenseitig ausüben.

Energieverbrauch
Mit einer eigenen Biogasanlage wird aus dem Rinderdung Biogas gewonnen, welches die Energie für die Hauswirtschaft bereitstellt. Auf dem Hausdach und auf Freiflächen stehen Sonnenkollektoren, die den erforderlichen elektrischen Strom erzeugen. Als externe Energiequelle muss Diesel eingekauft werden. Mit ihm werden die farmeigene, dieselbetriebene Pumpanlage zum Wassermanagement und die Traktoren betrieben.

Wissenserwerb
Für aktive Landwirte gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten durch staatliche Kurse. Die „Tijara Organic Farm“ hat mit anderen Landwirten eine gemeinsame Struktur gebildet, in der sie ihre Erfahrungen austauschen können. Das sehen sie selbst als die effizienteste Form der praxisnahen Weiterbildung.

Vermarktung
Vermarktet wird auf dem Wochenmarkt und über Direktbelieferung von Kunden mit einem „Bio-Korb“. Die Kundschaft setz sich vor allem aus Städtern zusammen, die gesundheitsbewusst leben und sich durch gesundes Essen vor Krankheiten schützen wollen sowie aus bereits erkrankten Personen die sich so eine bessere Rekonvaleszenz erhoffen.

Perspektiven
Nahe Ziele sind der Aufbau von Öko-Tourismus und die Kalkulation der CO2-Emissionen.

Mit einem Schluck frischer Milch aus der Farm verabschiedete sich Dr. Friedel von der Inhaberin Frau Sneh Yadav.

Außerdem:
Das komplette Angebot der Control Union Akademie finden Sie auf www.cu-academy.de.

Übrigens:
Unsere deutsche Schwestergesellschaft ist die PCU-Deutschland GmbH. Unsere Muttergesellschaft ist die Control Union Certifications.

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